Nachhaltigkeit
Die deutschen Einzelhandelsunternehmen haben nicht nur den Anspruch, die Arbeitsbedingungen ihrer Zulieferer zu bewerten. Vielmehr wollen sie dauerhaft dafür sorgen, dass eine Verbesserung erreicht wird. Dabei geht es nicht darum, die Unternehmen zu boykottieren, die die Bedingungen (noch) nicht vollständig erfüllen - das würde für viele betroffene Mitarbeiter als Folge von Entlassung eher eine Verschlechterung denn eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen bedeuten. Ziel ist vielmehr, die Lieferantenunternehmen bei der Einführung von besseren Arbeitsbedingungen zu unterstützen. Stellen die Gutachter bei der ersten Überprüfung ("Audit") fest, dass das Unternehmen noch nicht alle vorgegebenen Standards einhält, so werden gemeinsam Korrekturpläne erarbeitet. Diese legen fest, welche Änderungen vorzunehmen sind und wie diese erreicht werden können.
Anschließend werden die Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt. Je nach Verbesserungsbedarf in einem Lieferantenunternehmen wird die erforderliche Unterstützung festgelegt, die von individueller Beratung und Workshops bis hin zu ausgiebigen Trainingsmaßnahmen reicht. Dieser Auditierungsprozess wird so lange wiederholt, bis das Lieferantenunternehmen die Anforderungen des AVE-Verhaltenskodex erfüllt. Unternimmt ein Lieferant dauerhaft keine Verbesserungen, können als letzte Maßnahme die Geschäftsbeziehungen beendet werden. Nach 3 Jahren wird das gesamte Auditverfahren wiederholt.
Viele Maßnahmen finden dabei in engem Dialog mit der GTZ und mit Nichtregierungsorganisationen vor Ort statt. Genügt ein Unternehmen allen Ansprüchen des AVE-Verhaltenskodex, so wird es ermutigt, sich freiwillig nach dem SA8000-Standard zertifizieren zu lassen.
Der Projektbeirat des AVE-Sektorenmodell Sozzialverantwortung begleitet den gesamten Monitoringprozess. Als beratende Instanz ist es seine Aufgabe das Modell und dessen Entwicklung kritisch und konstruktiv zu begleiten. Probleme werden im Rahmen des Beirats und der lokalen Runden Tische diskutiert. Diese sollen langfristig die Ownership über das Modell übernehmen und somit auf lokaler Ebene die Nachhaltigkeit des Systems gewährleisten.
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